Tag 15: Kampf den Armaturen!
Wer mich beim Basteln belauscht, könnte den Endruck gewinnen, ich litte am Tourette-Syndrom im fortgeschrittenen Stadium: Auch die heutigen Arbeiten werden von lauten Flüchen begleitet, denn der Ausbau des Armaturenbretts steht auf der Tagesordnung. Anhand der doch noch gefunden richtigen Seite im Werkstatthandbuch weiß ich jetzt auch, wo ich noch schrauben muß. Zunächst schaffe ich aber etwas Platz im Innenraum und entferne die Halterungen der Mittelkonsole, an denen ich zuvor immer wieder hängen geblieben bin.
Das Armaturenbrett ist an mehreren Stellen befestigt: Rechts und links ist der Rahmen jeweils mit einer dicken Sechskant-Schraube mit der Karosserie verschraubt. Zwei Muttern an der Lenksäule müssen gelockert werden, und vier weitere Sechskant-Schrauben sind von oben zu erreichen. Aber das ist der Knackpunkt: Um sie zu erreichen, muß erst die Defroster-Abdeckung entfernt werden, die mit vier Kreuzschlitzschrauben befestigt ist. Die ersten drei Schrauben sind kein Problem, aber die vierte Schraube ist fast unmöglich zu erreichen. Letztendlich klappt es mit einer biegsamen Verlängerung aus dem Ratschenkasten, auch wenn ich trotzdem nach jeweils einer Vierteldrehung abrutsche und dementsprechend lange brauche. Als die Schraube schließlich einigermaßen locker ist und vielleicht einen Millimeter raussteht, wird der Platz für mein Behelfswerkzeug zu knapp und ich muß eine neue Lösung finden: ich drehe die Schraube letztendlich mit einem einzelnen Kreuzschlitz-Bit heraus, den ich mit beiden Zeigefingern ganz vorsichtig drehe.
Danach geht es besser voran. Ich löse die restlichen Schrauben des Armaturenbretts (bzw. der Instrumententafel, um die korrekte Terminologie zu verwenden) und kann das ganze Teil schließlich ein Stück rausziehen. Nun muß ich die Kabelverbindungen, die ich noch nicht entfernt habe, und den auf der Rückseite mit Kabelbindern befestigten Kabelbaum lösen. Dann ist das Armaturenbrett draussen. Es hat schon ein paar Beschädigungen, die aber repariert werden können und in nicht sichtbaren Bereichen liegen, und der Rahmen ist mit oberflächlichem Rost überzogen.
Jetzt hängt noch die Regeleinheit der Klimaanlage in der Luft. Hier sind zwei Stecker zu lösen – einer der beiden ist sehr verschmort und angeschmolzen – und ich muß den Seilzug der Temperaturregelung aushaken. Außerdem baue ich das Defroster-Panel aus. Die zu den Luftdüsen führenden Schläuche sehen ziemlich mitgenommen aus und könnten bei Gelegenheit ersetzt werden.
Nun habe ich viel Platz und einen guten Blick auf die Elektrik. Die ganze Kabelage wirkt erstmal sehr respekteinflössend, aber bei genauerer Betrachtung ist alles nicht so schlimm – meist sind die Verbindungen durch unterschiedliche Steckerformen und Farbcodierungen eindeutig, und im Werkstatthandbuch ist zusätzlich alles sehr genau beschrieben. Nur die nachträglichen Basteleien machen mir etwas Sorge, hier muß ich sorgfältig rückbauen. Interessant finde ich auch, wie jede freie Stelle genutzt wurde, um irgendwelche Relais unterzubringen… Ich bringe noch etwas Ordnung in das Kabelgewirr, räume auf und fahre dann nach Hause, wo schon ein frisch gekochtes Chili auf mich wartet.















































