Was bisher geschah – Teil 9: Das Fazit

Als Abschluß meines Rückblicks fehlt noch ein Fazit aus den vergangenen Jahren: Was würde ich aus heutiger Perspektive anders machen?

Kurze Antwort: Alles.

Für den geneigten Leser folgt die ausführliche Antwort.

Angefangen bei der Auftragserteilung: Rückblickend kann ich nur jedem empfehlen, sich bei der Übergabe eines Fahrzeugs jedes noch so kleine Einzelteil schriftlich quittieren zu lassen. Was ich in dieser Hinsicht erlebt habe, hätte ich zuvor nicht für möglich gehalten.

Im Laufe des Auftrags sind zahlreiche Teile abhandengekommen – darunter Neuteile, seltene Gebrauchtteile und sogar bereits verbaute Komponenten. Der daraus resultierende wirtschaftliche Schaden dürfte sich auf mehrere Tausend Euro belaufen, zumal einige dieser Teile heute kaum noch zu beschaffen sind. Besonders bitter ist der Verlust einer seltenen, originalen Auspuffanlage, deren Nachfertigung einschließlich der erforderlichen Einzelabnahme nach Auskunft eines TÜV-Prüfers mehrere Tausend Euro kosten könnte.

Dabei hatte ich der Werkstatt bereits zu Beginn des Auftrags eine detaillierte Teileliste per E-Mail übermittelt. Auch die Auspuffanlage war darin aufgeführt, ihre Aufbereitung sogar ausdrücklich Bestandteil des Auftrags. Acht Jahre später wurde mir erklärt, sie sei nie angeliefert worden – und ich könne schließlich nicht beweisen, dass es anders gewesen sei. Eine entsprechende Nachfrage nach der angeblich fehlenden Anlage hatte es meines Wissens in all den Jahren nicht gegeben.

Dass solche Aussagen nicht unbedingt das letzte Wort sein müssen, hatte ich bereits erlebt: Ein ebenfalls mit dem Fahrzeug übergebenes, komplettes Armaturenbrett sollte ich nach mehreren Jahren plötzlich nachliefern. Meine Erinnerung an die Übergabe wurde ausdrücklich zurückgewiesen. Nachdem ich eine Woche lang an mir selbst gezweifelt und vergeblich danach gesucht hatte, stellte sich heraus, dass es doch in der Werkstatt vorhanden war.

Was hinter diesen Vorgängen steckt, vermag ich nicht zu beurteilen. Ob es sich um ein erschreckendes Maß an Desorganisation oder andere Ursachen handelt, bleibt für mich offen. Besonders frustrierend ist, dass viele dieser Unstimmigkeiten ausschließlich telefonisch besprochen wurden und mir deshalb schriftliche Nachweise fehlen. So bleibt mir am Ende die absurde Situation, dass Teile verschwunden sind, deren Übergabe ich nach meiner Erinnerung zweifelsfrei vorgenommen habe, während ich die gegenteilige Darstellung der Werkstatt kaum entkräften kann.

Dass offenbar nicht der Verbleib der Teile, sondern meine fehlenden Übergabebelege zum entscheidenden Argument wurden, hat mein Vertrauen in den professionellen Umgang mit Kundeneigentum nachhaltig erschüttert. Und die bittere Erkenntnis bleibt: Wer einer etablierten Werkstatt sein Eigentum anvertraut, sollte sich offenbar nicht darauf verlassen, dass dieses Vertrauen allein ausreicht.

Ich rate außerdem jedem, der ein ähnliches Projekt in fremde Hände geben will, in kleinen, überprüfbaren Iterationen vorzugehen. Am Ende jeder Iteration sollte eine Dokumentation und eine Abnahme stehen. Ich bin jetzt in der Situation, dass die in acht Jahren durchgeführten Arbeiten nicht sauber dokumentiert sind, und ich muss mühsam erforschen, welche Arbeiten in welcher Qualität durchgeführt worden sind. Dabei darf ich immer wieder feststellen, dass als selbstverständlich erachtete Dinge nicht ausgeführt wurden.

Damit im Zusammenhang steht: Nachhaken, fragen, kontrollieren! Ich ging davon aus, dass ein Profi weiß, was zu tun ist und seine Arbeit machen wird. Mir ist es unangenehm, immer wieder nachzufragen, und ich bin entschiedener Gegner vom Micro-Management. Aber genau das wäre hier angebracht gewesen. Ich habe zwar regelmäßig nachgefragt, aber es hätte alle zwei Wochen statt alle drei Monate sein sollen. Und mit Aussagen wie „Im Herbst ist Dein Jeep wieder auf der Straße“ hätte ich mich auch nicht zufriedengeben dürfen – wichtig sind konkrete Ergebnisse und klar kommunizierte nächste Schritte.

Bei der Werkstatt fehlte vollkommen, was man in meinem Berufsleben als „Accountability“ bezeichnet (man könnte natürlich auch ganz altmodisch „Verantwortlichkeit“ sagen). Es fehlen Teile? Egal, das Auto kommt in die Ecke bis der Kunde sich meldet. Es treten unvorhergesehene Probleme auf? Auto in die Ecke. Der Kunde fragt nach? Ausreden suchen. Deshalb: Nie darauf verlassen, dass andere so arbeiten, wie man es selber tun würde.

Auch wichtig: Interieur ganz zum Schluss machen! Mit der Aufarbeitung der Sitze hätte ich warten sollen, bis alles andere fertig ist. Die fertigen Sitze lagen jahrelang ungeschützt in der Werkstatt und haben dementsprechend gelitten, und die teils gravierenden Qualitätsmängel habe ich erst nach Herausgabe des Fahrzeugs feststellen können. Und auch beim Sattler hätte ich meine Erwartungen deutlicher machen müssen – die Vorstellung, was „originalgetreu“ ist, ging anscheinend weit auseinander.

Noch ein heißer Tipp: Eine Rechtsschutzversicherung abschließen, und zwar bevor ein Auftrag erteilt wird. Ich hatte keine Rechtsschutzversicherung, und die Beauftragung eines Rechtsanwalts hat mich viel Geld gekostet – ohne, dass es am Ende irgendeinen Vorteil gebracht hat. Ich habe trotzdem viel Geld für ein unfertiges Projekt bezahlt, die verlorenen Teile sind trotzdem weg, die Werkstatt kann trotzdem so weitermachen und den nächsten Kunden verarschen. Es wäre vermutlich auf’s Gleiche rausgekommen, hätte ich die Herausgabe des Fahrzeugs selber verlangt.

Mein abschließendes Kurz-Fazit: Ich habe viel Zeit, Geld und Energie verschwendet, und bei manchen Dingen stehe ich wieder ganz am Anfang. Aber: Aufgeben ist keine Option!

Transparenzhinweis: Der erste Absatz wurde mithilfe von KI sprachlich überarbeitet, um meinen Ärger in juristisch möglichst unbedenkliche Worte zu fassen. Der zugrunde liegende Sachverhalt ist davon unberührt.